Roter Milan - Milvus milvus (LINNÉ 1758)


Foto: K. Rönsch (NSG Beesener Holz)

Warum WEB-Seiten zu Beobachtungen des Roten Milans? Vom geschätzten Weltbestand des Roten Milans mit 17.400 bis 22.600 Brutpaaren (BP) brüten in Deutschland anteilmäßig 9.200 bis 12.100 BP. Der Bestand in Ostdeutschland betrug 1991 7.300 BP. Eine der größten Konzentrationen ist in Sachsen / Anhalt mit 2.000 BP zu beobachten. Gebiete mit hohen Siedlungsdichten bilden dabei die Magdeburger Börde und das Harzvorland. Die weltweit größte Siedlungsdichte, ist mit etwa 150 regelmäßig jährlich brütenden Paaren im Hakel (Sachsen / Anhalt) zu verzeichnen. Im Gebiet der Stadt Halle / Saale nisten rund 30 Brutpaare und zwar vorrangig in der Elster-Saale-Aue. Diese Bestandszahlen belegen eine - verglichen mit unseren anderen heimischen Brutvögeln -einmalige Konstellation, die von allen deutschen Vogelschützern auch ein besonderes Engagement für den Schutz des Roten Milans erfordert. Denn die Berichte von Johann Andreas Naumann (1803), der den Roten Milan als "... ein so gemeiner Raubvogel, das ihn jedermann kennt" bezeichnete, gehören tatsächlich der Vergangenheit an. Die Ursachen dieser Entwicklung liegen in den grundlegend veränderten landwirtschaftlichen Anbauverhältnissen seit der deutschen Einheit im Osten Deutschlands. Mit den gesunkenen Rinderbeständen reduzierte sich auch die Grünfutterfläche zugunsten einer immensen Ausweitung des Rapsanbaus. Damit änderte sich auch die nutzbare Nahrungsfläche für den Roten Milan. Parallel zu dieser Entwicklung verschwand das Hauptnahrungstier des Milans der Feldhamster und zwar so, daß aus einem "Anbauschädling" ein Tier der Roten Liste wurde. Die Folge sind sinkende Reproduktionszahlen. Flogen im Zeitraum von 1978 bis 1989 im Mittel noch 2,29 Jungvögel pro BP aus, waren es von 1990 bis 1996 nur noch 1,5 Jungvögel / BP. Diese Zahlen und Fakten können nur aufgrund einer exakten Beobachtungs- und Erfassungstätigkeit ermittelt werden und sind wichtige Diskussionsgrundlagen für einen effektiven Schutz dieses Greifvogels. Da der Rote Milan als Zugvogel - nach der Erschließung der Müllkippen für sich als neue Nahrungsquellen - zunehmend auch in Deutschland überwintert, ergeben auch die gesammelten Winterbeobachtungen Aufschluß über weitere Entwicklungstendenzen der Art. Die Beobachtungen auf unseren WEB-Seiten sollen einen kleinen Beitrag für den Milanschutz darstellen und können von Interessenten unter Beachtung der Zitierregeln verwendet werden.

Als Vogel des Jahres 2000 erhält dieser in Sachsen-Anhalt weit verbreitete Greifvogel von uns besondere Beachtung. Der Betrachter dieser Seiten soll angeregt werden, öfter mal in den Himmel zu schauen und dem Flug dieses majestätischen Vogels beizuwohnen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Roten Milan.