Wanderdrossel (Turdus migratorius LINNAEUS 1766)American Robin
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
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| Merkmal | Männchen | Weibchen |
| Größe/Gewicht | 25 cm; 54 - 94 g | |
| Gestalt | amselgroß | |
| Kopf | dunkel bräunlichgrau / schwarz | grau |
| Augenring | 3 kleine, weiße Flecken vor hinter und über dem Auge | |
| Iris | schwarzbraun | |
| Kehle | weiß schwarz gestrichelt | |
| Schnabel | chromgelb mit dunkelbrauner Spitze | dunkel hornbraun mit gelbem Schnabelwinkel |
| Rücken | bräunlich grau / schiefergrau | grau |
| Unterseite | lebhaft ziegelrot | blasser |
| Brust | ziegelrot | matt ziegelrot |
| Bauch | Bauchmitte weiß | |
| Bürzel | blass, braun (heller) | |
| Füße | dunkelbraun | |
| Schwanz | Unterschwanzdecken weiß | |
Im Flug bzw. beim Auffliegen fallen die rostbraunen Unterflügel und die kleinen weißlichen Schwanzecken auf.
Stimme
Bei Erregung sind "wik-wik-wik", oder "tschit-tschit-tschit" Rufe zu hören. Der hastig und gepresst vorgegetragene Gesang klingt langweiliger und einförmiger als der von Singdrossel (Turdus philomelos) und Amsel (Turdus merula). Eher erinnert er an den der Ringdrossel (Turdus torquatus).
Die ältesten Ringvögel erreichten ein Alter von 11 Jahren, ein Käfigvogel wurde 17 Jahre alt.
Nahrung
Die Wanderdrossel frisst besonders gern Gartenfrüchte und Wildbeeren. Selbst Mangroven- und Kohlpalmenfrüchte können auf der Speisekarte stehen. In Obstanbaugebieten kann es daher zu Konflikten mit den Farmern kommen.
Insekten stellen ebenfalls einen großen Bestandteil ihrer Nahrung dar. Erbeutet werden Käfer, Raupen, Heuschrecken, Fliegen, außerdem Regenwürmer, Schnecken, Tausendfüßer und Spinnen. In Ausnahmefällen werden auch Amphibien, Reptilien, Vogelnestlinge, Kleinsäuger und selbst kleine Fische gefressen.
Angenommen werden aber ebenso Brot u. a. Futtermittel an den Fütterungen in den Großstädten.
Brutbiologie
Viele Wanderdrosseln sind sehr reviertreu. Das führt dazu, dass sie mitunter mehrere Jahre hintereinander zum selben Nest zuräückkehren und dort brüten (Max. bis zu 12 mal in sechs Jahren!). Dabei wird das Nest in der neuen Brutsaison ausgebessert. Als Neststandorte werden Bäume und Sträucher, Spaliere, Zaunpfähle, Gartentore, Dachrinnen, Simse und Balken ausgesucht. Aber auch Bodennester kommen vor. Die verrangige Nesthöhe beträgt 1,5 bis 7 m (max. bis 24 m). Auch fremde Nester werden benutzt und ausgebaut.
Das Nest wird vom Weibchen allein gebaut. Nur ausnahmsweise helfen einzelne Männchen mit. Der kompakte Bau besteht aus Gräsern, Halmen, Stängeln, Wurzeln, Schnur-, Garn- und Textilabfällen. Die Innenauskleidung bildet eine bis zum Nestrand reichende Lehmschicht.
Die Eier sind einfarbig dunkel grünlichblau und selten mit dunkelbraunen Punkten gesprenkelt. Das Gelege besteht aus drei bis sechs und in den meisten Fällen aus vier Eiern. Gebrütet wird 11 bis 14 Tage lang. Die Jungen werden 14 bis 16 Tage lang im Nest von beiden Altvögeln gefüttert. Nach dem Ausfliegen betreut das Männchen die Jungen, so dass das Weibchen zur nächsten Brut schreiten kann. Pro Jahr können so bis zu drei Bruten erfolgen. Im hohen Norden erfolgt allerdings nur eine Brut.
Verluste von Gelegen werden vor allem durch Unwetter, Kälteeinbrüche, Schlangen, Katzen, Grauhörnchen und auch andere Vogelarten wie z. B. Blauhäher (Cyanocitta cristata) und Purpurgrackel (Quiscalus quiacalus) hervorgerufen. Die Eier des Kuhstärlings (Molothrus ater), eines in Nordamerika verbreiteten Brutparasiten, werden regelmäßig aus den Netsern entfernt, was man von anderen Wirtsvogelarten nicht beobachten kann.
Es kommt aber auch vor, das Wanderdrosseln ihre Jungen im selben Nest, mit denen von anderen Arten aufziehen. Derartige Mischbruten wurden z. B. mit Trauertaube (Zenaida macroura) und Hausfink (Carpodacus mexicanus) beobachtet.
Bestand
Die Wanderdrossel profitiert von der weiteren Urbanisierung des amerikanischen Kontinents, so z. B. von dem verstärkten Anlegen feuchter Rasenanlagen in den Städten. Dadurch ist ihre Bestandsdichte in den Siedlungen und Randbiotopen der Städte bereits größer, als es die Dichte der Art in ihrem natürlichen Lebensraum.
In den 50iger und 60iger Jahren kam es zu starken Bestandseinbrüchen der Wanderdrossel durch DDT-Anwendungen, die zur Vergiftung der Regenwürmer führte.
© Dirk Schäffer (2006, aktualisiert 01/2011)
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