Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros GMELIN 1789)
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Merkmale |
Männchen |
Weibchen |
Weibchen Gartenrotschwanz |
| Kopf |
Stirn schwarz, teilw. mit weißem Fleck; Oberkopf / Nacken dunkel schiefergrau |
braun- bis rauchgrau |
Kopf/Hals graubraun |
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Auge |
Iris braunschwarz/schwarz |
Iris dunkelbraun |
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Kinn/ Kehle |
schwarz |
hell rauchgrau |
Kehle weiß bis isabellfarben |
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Schnabel |
braunschwarz/schwarz; kurze Borsten |
dunkelgrau |
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Oberseite |
dunkelschiefergrau bis schwarz mit hell schiefergrauen Säumen |
braun- bis rauchgrau |
rußig graubraun bis olivbraun |
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Brust |
schwarz |
heller als Oberseite, mehr gewölkt |
rostorange bis isabellbraun |
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Bauch |
grau |
heller als Oberseite, mehr gewölkt |
rostorange bis isabellbraun; Bauchmitte weißlich |
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Beine |
braunschwarz/schwarz |
schwarz |
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Flügel |
dunkelbraungrau bis bräunlich schwarz; Unter-seite heller und grauer; heller Flügelspiegel |
Oberseite braun- bis rauchgrau; Unterseite heller und grauer |
Oberseite graubraun bis braun, Außensäume bis rostbraun; Unterseite beige mit rostrotem Anflug |
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Bürzel |
(bräunlich) rostorange |
rostorange |
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Schwanz |
(bräunlich) rostorange; braune Mittelfedern |
rostorange |
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Foto: K. Rönsch, (Hohenlubast, 03/2005).
Foto: K. Rönsch (07/2005).
Die Flügelspannweite beträgt 23 bis 26 cm.
Der älteste nachgewiesene Ringvogel erreichte ein Alter von 10 Jahren. Der Großteil dürfte aber nicht älter als 3 bis 5 Jahre alt werden.
Stimme
Das Männchen hat einen anspruchslosen, unnachahmlich heiser gequetschten bzw. schnalzenden und unverwechselbaren Gesang, der von einer erhöhten Position - z. B. einem Dachfirst, einer Fernsehantenne oder einem Schornstein - bereits früh am Morgen vorgetragen wird. Der Reviergesang besteht aus 2,5 bis 4 Sekunden langen Strophen, die i. d. R. drei Abschnitte aufweisen.
Der Warnruf ist ein hartes „tk-tk“, der mit stärkerer Erregung in immer kürzeren Abschnitten folgt und von aufgeregtem Knicksen und Schwanzzittern begleitet wird. Nach der Mauser, ab September, beginnt eine weitere Gesangsphase, die bei einigen Männchen bis zum Wegzug in die Winterquartiere anhält.
Nahrung
Der Hausrotschwanz ist ein Insektenfresser und Wartenjäger, der im Herbst auch Beeren, Früchte und Sämereien nicht verschmäht. Zum Beutefang werden vor allem vegetationsarme Flächen (z. B. Baustellen, Schotterflächen, Industrie- und Bahnanlagen) aufgesucht.
Die Hauptbeute stellen Spinnen und Insekten dar, wobei letztere oft durch überraschende und wendige Flugmanöver von einer Sitzwarte aus gefangen werden. Als Ansitzwarten dienen Pfähle, trockene Äste, Zäune, große Steine, Grabsteine, Mauern und trockene Stauden. Aber auch auf kurzem Rasen, Grasland und felsigem Boden geht der Vogel auf die Jagd. Im Winter werden gern Dachböden, Keller und Lagerhäuser zur Insektenjagd aufgesucht, so sie durch Fenster oder Öffnungen zugänglich sind. Beliebt sind ebenso Kompost- und Misthaufen.
Erbeutet werden Käfer und Schmetterlinge sowie deren Larven und Puppen, seltener Blattläuse, Wanzen und Ohrwürmer. Größere Raupen werden vor dem Fressen gequetscht und/oder mehrmals gegen Unterlagen geschlagen. Von großen Schmetterlingen werden die Flügel abgetrennt.
Brutbiologie
Für sein Nest wählt der Hausrotschwanz beinahe Höhlen und Halbhöhlen jeglicher Art aus und ist dabei oft unempfindlich gegenüber Lärm und Gerüchen. So brütet er in Carports, in Mauernischen jeder Art, in Holzstapeln, in Briefkästen, Blumentöpfen, Laternen, Steinhaufen, Futterhäuschen, auf Balken, an der Wand lehnenden Gegenständen, in Maschinen und selbst in abgestellten Fahrzeugen. Hausrotschwanznester findet man auch in Ruinen, Schuppen, Ställen und Werkstätten, wo er Regale, Wandvorsprünge, Simse, Rauchschwalbennester u. a. Unterlagen nutzt. Auch alte Drosselnester werden als Brutstandort genutzt. Gern wird als Nistkasten eine sogenannte Halbhöhle, die es in den verschiedensten Ausführungen gibt, als Nisthilfe angenommen.
Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen aus Graushalmen, Heu, Stroh, Moos, Flechten, feinen Zweigen, Dung und Federn sowie Wolle, Haaren bzw. Grannen zur Innenauspolsterung gebaut. Aber auch nichtorganisches Material, wie Putz, Kunst- und Isolierfasern jeder Art, Werg und Glaswolle dienen als Nestbaumaterial.
Hausrotschwänze brüten bis zu zweimal, ausnahmsweise auch dreimal, im Jahr. Dabei werden sowohl neue Nester gebaut, als auch die Nester der Erstbrut erneut genutzt. Die Brutzeit beginnt Mitte April (frühestens Ende März) und kann sich bis in den Juli hinein erstrecken.
Das Weibchen legt 4 bis 6 weiße Eier, die von ihm 13 bis 17 Tage lang bebrütet werden. Die Jungen werden von beiden Eltern (12) 15 bis 19 (20) Tage lang gefüttert. Dabei können bis zu 380 Fütterungen am Tag stattfinden. Ca. nach dem 5. Tag können die Jungen sehen und sperren dann zielgerichtet in die Richtung der anfliegenden Eltern. Die Jungen werden nach dem Ausfliegen noch bis zum Selbständigwerden betreut, da sie nach dem Ausfliegen noch nicht völlig flugfähig sind und sich dann oft am Boden, in Sträuchern und Bäumen verstecken.
Hausrotschwänze, die ihre eigene Brut verloren, wurden u. a. dabei beobachtet, wie sie bei anderen Artgenossen oder bei Rauschwalben (Hirundo rustica) und Kohlmeisen (Parus major) mit fütterten. Der Hausrotschwanz ist auch Wirtsvogel für den Kuckuck (Cuculus canorus).
Bestand
Der Hausrotschwanz ist in ganz Deutschland verbreitet, häufig und damit nicht gefährdet. Er profitiert auch von den angebotenen Nisthilfen im Siedlungsbereich.
© Dirk Schäffer (10 / 2010)
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