Der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne L.)

Der Schwarze Apollo ist eine Tagfalterart, die in Deutschland als akut vom Aussterben bedroht anzusehen ist und deren Bestandszahlen überall im Abnehmen begriffen sind.

Außerhalb des Alpenraumes kommt sie nur an wenigen Stellen und in verschiedenen Unterarten vor.

Die Art ist durch das Washingtoner Artenschutzabkommen international geschützt. Bereits 1975 wurde für den Bestand im Harz auf dem Gebiet der ehemaligen DDR das erste Insektenschutzgebiet errichtet.

Merkmale
Die Art Schwarzer Apollo variiert in der Färbung, es sind zahlreiche Unterarten und Individualformen beschrieben worden. Die Spannweite des Falters beträgt 65 bis 70 mm. Die Flugzeit der Falter ist von Mai bis Juli. Bei Sonnenschein sieht man die Tiere in einem gaukelnden, durch große Gleitphasen unterbrochenen Flug von Blüte zu Blüte fliegen.

Als Feinde treten Krabbenspinnen auf, die in Blüten auf blütenbesuchende Falter u. a. Insekten lauern und diese dann überwältigen.

Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst außer Mitteleuropa Nord-, Ost-, Südost- bzw. Südwesteuropa, Klein- und Mittelasien sowie den Altai.

Außerhalb des Hauptverbreitungsgebietes kommt die Art innerhalb Deutschlands in verschiedenen Unterarten im Vorland der Alpen und im Harz vor. Das nördlichste Vorkommen besteht im Ostharz. Andere isolierte Vorkommen existieren in der Rhön, am Vogelsberg, im Donautal und in der Schwäbischen Alb.

In Sachsen Anhalt beschränkt sich die Art auf die mittleren bis unteren Lagen des Ostharzes und dessen Ausläufer. Es werden Höhenlagen zwischen 200 und 600 NN besiedelt. Die Vorkommen decken sich weitestgehend mit denen der Futterpflanzen für die Raupen, dem Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava L.) und dem Mittleren Lerchensporn (Corydalis fabacea PERS.). Insgesamt handelt es sich hierbei um zersplitterte Einzelvorkommen. Im Saaletal ist die dort früher vorkommende Rasse schon seit etwa 50 Jahren verschwunden.

Biotop
Lebt besonders auf Kalkboden, in felsigen Tälern, an warmen Hügeln, vom Flachland im Norden bis in über 2000 m Höhe der Alpenregion. Fluggebiet sind Gebirgswiesen im Hügel- und Gebirgsland, an mit Laubwald bestandenen Hängen im Alpenraum und im Alpenvorland. In den Laubmischwäldern werden offene Sukzessionsflächen besiedelt, die durch Wind- und Schneebruch, umstürzende Altbäume und Brände entstehen. Mit der anthropogenen Nutzung der Wälder erfolgte vielerorts auch eine Besiedlung der Waldränder mit angrenzendem Grünland. Auf diesen Standorten bevorzugt der Schwarze Apollo reichblühende Bergwiesen.

Bei kleineren Populationen ist eine hohe Ortstreue (Umkreis von 300 m) zu beobachten.

Fortpflanzung
Viele Aspekte des Reproduktionszyklusses der Art sind noch nicht vollständig geklärt und es besteht dringender Informationsbedarf auch im Hinblick auf die Durchführung von wirkungsvollen Schutzmaßnahmen.

Generell erscheinen die männlichen Falter des Schwarzen Apollos ein bis zwei Wochen früher als die weiblichen. Diese Anpassung bewirkt eine höhere Kopulationwahrscheinlichkeit mit den nachfolgenden Weibchen. Die Schlupfperiode zieht sich über mehrere Wochen hin und könnte somit auf eine mögliche Anpassung an Wetteränderungen während der Fortpflanzungszeit hindeuten. Die Eiablage erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Futterpflanzen der Raupen bereits oberirdisch abgestorben sind. Es wird vermutet, dass die Knollen der Pflanzen olfaktorische Reize aussenden, die die Weibchen noch wahrnehmen können.

Die Raupe lebt von April bis Mai oder von August bis Mai am Hohlen Lerchesporn (Corydalis cava L.) und am Mittleren Lerchensporn (Corydalis fabacea PERS.). Die Überwinterung erfolgt entweder als Raupe oder als Ei mit darin entwickelter Raupe. Konkurrenzen mit anderen Insekten um die Futterpflanzen treten nicht auf. Inwieweit Inzucht und die geringen Populationsgrößen sowie der fehlende Genfluß zwischen den Populationen die Fortpflanzungsfähigkeit negativ beeinträchtigen kann derzeitig nicht umfassend beantwortet werden.

Aktuelle Situation und Bestände
Die Population in Sachsen Anhalt ist bereits gegenüber ihrem früherem Verbreitungsgebiet deutlich eingeschränkt und schwankte in den 80er Jahren zwischen 15 und 25 festgestellten Individien.

Durch Biotopzerstörung und starkes Sammeln ist die Gefahr der Ausrottung besonders bei kleinen Populationen sehr groß. Je seltener eine Schmetterlingsart wird, um so größer werden die Bestrebungen von Sammlern und Tierhändlern, einzelne Exemplare zu erwerben.

Notwendige Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der letzten Biotope

- Schutz der Futterpflanzen

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