Flechte des Jahres
Wird von der Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa e.V. (BLAM) ausgerufen, da von den etwa 1.700 Flechtenarten in Deutschland über die Hälfte in ihrem Bestand gefährdet sind. Flechten sind Doppelorganismen, die aus einem Pilz und einer Alge bestehen.
Weitere Informationen: http://blame-hp.eu
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Jahr |
Flechtenart
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2004 |
die Gewöhnliche Gelbflechte (Xanthoria parietina (L.) Th. Fr.) Eine häufige und nährstofftolerante Art, die von der Zunahme der Stickstoffverbindungen in der Luft profitiert. |
2005 |
die Grubige Bartflechte (Usnea hirta) Eine baumbewohnende Bartflechte, die aufgrund ihrer Wuchsform (große Oberfläche) unter der Luftverschmutzung zu leiden hatte und nun langsam ihr altes Verbreitungsgebiet wieder besiedelt. |
| 2006 | die Caperat- oder Runzelflechte (Flavoparmelia caperata (L.) HALE) Eine leicht erkennbare, gelbgrüne Blattflechte, die aufgrund der Entschwefelung der Kraftwerke wieder häufiger wird und vor allem die Borke von Laubbäumen besiedelt. |
| 2007 | das Isländische Moos (Cetraria islandica) Eine Flechte, deren Heilwirkung noch immer in Hustentees genutzt wird. Der irreführende Name stammt aus einer Zeit, als noch nicht zwischen Moosen und Flechten unterschieden wurde. Die Flechte kommt bei uns fast nur in den Hochgebirgen, oberhalb der Baumgrenze vor und wird zudem durch die Klimaerwärmung verdrängt. Diente im getrockneten Zustand auch als Nahrungsmittel. |
| 2008 | die Wolfsflechte (Letharia vulpina) Eine leuchtend gelbe Flechte, die giftige Vulpinsäure enthält. Das Pulver aus der Flechte wurde Fleischködern zugesetzt, um Wölfe und Füchse zu vergiften. |
| 2009 | die Echte Rentierflechte (Cladonia rangiferina) Eine von sechs in Deutschland verbreiteten Rentierflechtenarten, die nährstoffarme Standorte liebt und deshalb seltener wird. |
| 2010 | die Rosa Köpfchenflechte (Dibaeis baeomyces) Eine Bodenflechte, die zunehmend von den stickstoffliebenden Arten verdrängt wird. |
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