Nestbau der Schwanzmeise
Ihr kugelförmiges Nest baut die Schwanzmeise teils hoch im Gebüsch und in Astgabeln von Bäumen, in den äußersten Spitzen der Nadelbäume, teils auch unter zwei Metern Höhe in immergrünen Sträuchern. Auch Bodennester wurden schon beobachtet, oder auch Nistkastenbruten. Die Schwanzmeise scheint der Singvogel mit der variabelsten Nistplatzwahl zu sein.
Das Nest ist ein kugelig-ovaler Bau mit seitlichem Eingang in der oberen Hälfte. Es besteht aus fest verflochtenen Tierhaaren, Spinngeweben, Pflanzenwolle, Puppenhüllen, dünnen Grashalmen, Flechten und Moos. Außen ist es mit Birkenrinde und Flechten getarnt und es ist außerdem gut gegen Kälte isoliert. Sind die Flechten vom Brutbaum gewählt, ist das Nest kaum zu entdecken. Wird dagegen ein anderer Baum mit Flechten ausgewählt, ist es eher sehr auffällig. Das Nest wird von Männchen und Weibchen zusammen errichtet.
Zur Wärmeisolierung dient auch eine mehrschichtige Auskleidung mit Federn. Dazu sind 1.500 bis 3.000 kleine Federn nötig, wobei Federn von bis zu 13 Vogelarten verwendet werden. Es wurden auch schon bis zu 1.500 kleine Polystyrolstücken verwendet. Daher kann die Bauzeit bis zu drei Wochen und länger andauern, ehe das Nest fertig ist. Der überwiegende Anteil der Nestbaus (60,0 %) erfolgt von innen, der Rest von außen. Für die Bautätigkeit werden 14 verschiedene Bewegungsabläufe ausgeführt.
Auch schlechtes Wetter kann dazu führen das Nester bis zu 30 Tage lang aufgegeben werden. Gelegt werden dann 6 (8 ) bis 12 (14) schmutzig weiße bzw. gelbliche Eier mit blaß- bis rostroten Flecken, die das Weibchen 12 bis 14 Tage lang bebrütet. Die Bebrütung beginnt oft schon bevor das Gelege komplett ist. Manchmal legen auch zwei Weibchen in ein Nest. Während der Brutzeit wird das Weibchen vom Männchen gefüttert. Die Nestlingszeit beträgt 14 bis 18 Tage, dabei werden die Jungen von beiden Eltern gefüttert. Oftmals helfen weitere adulte Männchen bei der Fütterung. Diese Vögel sind aber mit dem männlichen Revierinhaber verwandt. Somit kann das Weibchen seinen Fütterungsanteil reduzieren und die Jungen über längere Zeiten wärmen, was für deren Entwicklung sehr vorteilhaft ist. Nach dem ausfliegen werden die Jungen noch mindestens zwei Wochen gefüttert. Überwiegend findet nur eine Jahresbrut statt. Das Stattfinden einer Zweitbrut ist noch nicht sicher bewiesen.










