Weißbrauendrossel (Turdus obscurus)

GMELIN 1789
Eye-browed Thrush

Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)
Familie: Drosseln (Turdidae)

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Vorkommen:
Die Weißbrauendrossel brütet in den dichten und dunklen Nadel- und Mischwäldern der sibirischen Taiga vom Ochotskischen Meer bis Westsibirien. Sie liebt Gewässernähe, bleibt aber gern in der Deckung. 
Auf Kamschatka brütet die Drossel auch in den lichten Birkenwäldern. Aber auch in der Nähe der menschlichen Taigasiedlungen können Weißbrauendrosseln angetroffen werden.

Wanderungen: Die Weißbrauendrossel ist ein Zugvogel, dessen Überwinterungsgebiet Südchina, die Philippinen, Indochina, Thailand, Burma, Assam, Malaysia, Nepal, Bangladesh und einzelne der großen Sundainseln umfasst. Während des Zuges treten die Drosseln in kleinen Trupss von 10 bis 20 Vögeln auf und sind dann gegen Störungen sehr empfindlich. Die Trupps schließen sich zu Schwärmen zusammen, in denen auch andere Drosselarten mitziehen.   &

In Europa ist die Weißbrauendrossel ein seltener Ausnahmegast (ca. 17 Nachweise für Deutschland). Beobachtungen sollten deshalb der Deutschen Seltenheitskommission mitgeteilt werden.&

Merkmale 

Merkmal Männchen Weibchen
Gestalt/Gewicht etwas kleiner als Singdrossel und etwas größer als Rotdrossel; 60 bis 85 g
Überaugenstreif weiß deutlich ausgeprägt
Kopf aschgrau Oberkopf olivbraun
Auge dreieckiger Fleck unter dem Auge (weißes Abzeichen)
Iris oliv- bis nussbraun
Kehle  aschgrau weiß, mit feinen grauen Längsstrichen
Kinn weiß weiß, mit feinen grauen Längsstrichen
Bartstreif seitlich, bräunlichgrau
Zügel schwärzlich
Schnabel an Schnabelwurzel weißes Abzeichen
Oberschnabel schwarzbraun
Unterschnabel gelb mit schwarzbrauner Spitze
Halsseiten aschgrau
Oberseite olivbraun
Vorderbrust als aschgraues Band
Mittelbrust lebhaft gelblich rostbraun weniger lebhaft
Hinterbrust weiß
Bauch Bauchmitte weiß
Körperseiten lebhaft gelblich rostbraun weniger lebhaft
Flügel graubraun
Lauf horngelblich bis hellbraun

Stimme

Weißbrauendrosseln haben einen charakteristischen Flugruf, de
r dem der Rotdrossel (T. iliacus) ähnelt – es ist ein scharfes „sriih“ oder „zieh“. Der flötende und pfeifende Gesang ist eine kurze zweiteilige Strophe und hört sich wie "düloi-djülio" an. Er erinnert an den der Amsel (T. merula) und  an den der Singdrossel (T. philomelos).
   

Nahrung

Bisher gibt es noch keine ausreichenden Kenntnisse über die Nahrung dieser Drosselart. Im Sommer werden vor allem Insekten (Ameisen, Schnell-, Lauf-, Rüsselkäfer, Wanzen, Mücken, Schmetterlinge) und deren Larven sowie Schnecken am Boden erbeutet. Beobachtet wurde auch, dass von blühenden Bäumen Nektar aufgenommen wurde. Im Herbst und Winter sind es vor allem Früchte und Beeren (z.B. Heidel- und Johannisbeeren).&

Brutbiologie 

Weißbrauendrosseln sind zur Brutzeit territorial, sehr scheu und vorsichtig.
Das Nest wird in ein bis sechs Meter Höhe seitlich am Stamm oder in einer Astgabel von jungen Tannen oder Fichten angelegt Es besteht aus Gras, Wurzeln, kleinen Zweigen, Rindenstücken und wird mit viel Erde verschmiert. Die Nestmulde wird mit trockenem, feinen Gras ausgepolstert. Das Gelege besteht aus (4)5 bis 6 Eiern. Diese sind in Färbung und Zeichnung ähnlich denen der Amsel, aber auch ebenso variabel wie bei dieser verwandten Drosselart. Gebrütet wird 12 Tage lang. Zur Nestlingsdauer gibt es keine genauen Kenntnisse. Bei Verlust der Brut ist eine Erstzbrut möglich, sonst findet nur eine Brut statt.

Bestand

Profitierte die Weißbrauendrossel anfangs von der menschlichen Besiedlung der Taiga, scheint seit den 60iger Jahren eher ein Rückgang der Art einzusetzen.&

© Vogelschutz-online e.V.


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