Rotkehlchen (Erthacus rubecula)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)
Familie: Drosseln (Turdidae)
Gattung: Erdsänger Erithacus CUVIER 1800
Rotkehlchen (Erithacus rubecula)
European Robin
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Rotkehlchen sind beliebte und bekannte Singvögel.
Zur
Bekanntheit tragen sowohl die regelmäßigen Besuche
an den winterlichen Futterstellen als auch die markante,
unverwechselbare Gefiederzeichnung - mit leuchtend orangeroter Brust
und Kehle - bei.

Bild 1: Rotkehlchen. Aufn. B. Bünger (Mariensee, 07/2004).
Seine Beliebtheit hat der zierliche Sänger wohl vor allem dem
großen runden Kopf mit den großen schwarzen Augen
zu verdanken. Diese Merkmale gehören zum so genannten
„Kindchenschema“, das überwiegend bei
jungen Säugetieren auffällt und bei Menschen
automatisch den Schutz- und Pflegetrieb auslöst.
Noch sind Rotkehlchen in Deutschland häufige
Brutvögel, obwohl der im Winter wegziehende Teil der
Population, stark von der Singvogeljagd in einigen
europäischen und nordafrikanischen Ländern betroffen
ist.

Bild 2: Rotkehlchen. Aufn. B. Bünger (Mariensee, 12/2004).
Vorkommen
Rotkehlchen
besiedeln ein Brutgebiet, das vom Polarkreis bis in die Subtropen
reicht und sich über Westeuropa, den Britischen Inseln, den
Inseln im Ostatlantik, Skandinavien (bis zum Polarkreis), Westsibirien,
Osteuropa, Südeuropa, Kleinasien (Türkei), den
Kaukasus bis Nordiran, einzelnen Gebieten am Kaspischen Meer,
Nordafrika (Tunesien bis Marokko) und den Mittelmeerinseln erstreckt.
Die Zuordnung der einzelnen Unterarten des Rotkehlchens ist noch
unklar. Es existieren isolierte Populationen z.B. auf Madeira,
einzelnen Kanarischen Inseln und den Azoren.
Rotkehlchen leben in Laub-, Misch- und Nadelwäldern, besonders
wenn sie reich an Unterholz sind und sich Gewässer in der
Nähe befinden. Aber auch in Gebüschinseln, Hecken,
Parks, ländlichen Gebieten und in großen
Gärten sind Rotkehlchen regelmäßig zu
finden. Sie brüten in fast jedem Wald bis hinauf zur
Baumgrenze. So brüten sie in der Hohen Tatra bis 1.600 m
Höhe, in der Schweiz bis 2.200 m Höhe.
Im Winter werden Parks und Gärten eindeutig bevorzugt.

Bild 3: Rotkehlchen im Winter. Aufn. B. Bünger (Mariensee, 03/2005).
Wanderungen
Rotkehlchen
sind Teilzieher. Die höher gelegenen und nördlichen
Brutgebiete werden weitestgehend verlassen. Ausnahmen treten allerdings
immer wieder auf. So wurden Überwinterungen in
Südschweden und auf Helgoland beobachtet.
Gebiete mit extremen Wintern verlassen die Rotkehlchen und sind dann
Zugvögel. In klimatisch milderen Gebieten verbleiben sie aber
über das ganze Jahr als Standvögel. In Deutschland
können beide Alternativen auftreten. Ein Teil
„unserer“ Rotkehlchen bleibt im Winter in ihren
Brutrevieren und ein anderer Teil überwintert im
südlichen Europa. Zu unseren überwinternden
Rotkehlchen gesellen sich von Oktober bis März auch nordische
Rotkehlchen (von Nordosteuropa kommend) als Wintergäste hinzu.
In einigen Gebieten ziehen vor allem die Weibchen nach Süden
und von den Männchen wandert nur ein Teil ab. Die
überwinternden Männchen scheinen allerdings bei der
Partnerwahl im Frühjahr im Vorteil zu sein, denn unter den
ziehenden Männchen gibt es weitaus mehr Unverpaarte.
Die Überwinterungsgebiete der wegziehenden Rotkehlchen reichen
bis an die Nordgrenze der Sahara und liegen vor allem im
Mittelmeerraum. Um in die Überwinterungsgebiete zu gelangen,
müssen die Alpenpässe überquert werden. Dies
stellt eine enorme energetische Belastung für die
Vögel dar.
Die weiteste nachgewiesene Zugstrecke eines Rotkehlchens betrug 2.800 km.
Aussehen
Rotkehlchen sind mit ihren 14 cm etwa sperlingsgroß, aber
rundlicher und können zwischen 16 bis 22 g - im Winter auch
bis 25 g - schwer werden. Sie erreichen eine
Flügellänge von 6,8 bis 7,7 cm.
Die Oberseite und der Schwanz des Rotkehlchens sind
gleichmäßig oliv braun gefärbt. Davon heben
sich die orangeroten Gefiederpartien - Stirn, Augengegend, Kehle und
Brust – gut sichtbar ab. Rotkehlchen besitzen auffallend
große und schwarze Augen, da sie dämmerungsaktive
Vögel sind. Der Schnabel ist hornbraun gefärbt.

Bild 4: Rotkehlchen – Oberseite des Gefieders. Aufn. B. Bünger (Mariensee, 08/2004).
Beide Geschlechter sind
im Gefieder gleich gefärbt. Die Beine sind bei den
Männchen gelblich bis rötlichbraun und bei den
Weibchen hellbraun bis bräunlich fleischfarben.
Die Jungvögel sind braun gefleckt und haben noch keine orange
Färbung. Ihre Füße sind anfangs von
rosa-gelblicher Farbe und werden später dunkelbraun.
An den Winter sind Rotkehlchen gut angepasst. Wenn sie sich
aufplustern, liegt zwischen den Federn ein Luftpolster, das ihnen eine
zusätzliche Isolation gegen die Kälte bietet.
Rotkehlchen baden täglich. Selbst im Winter wird gebadet, was
nicht selten zur Vereisung des Gefieders führt. Dann
können die Vögel leicht von Fressfeinden erbeutet
werden.

Bild 5: Rotkehlchen beim Baden. Aufn. B. Bünger (Mariensee, 04/2004).
Bild 6: Rotkehlchen nach dem Baden. Aufn. B. Bünger (Mariensee, 04/2004).
An sonnigen Tagen wird
eine andere Form der Gefiederpflege, das so genannte
„Einemsen“ betrieben, um lästige
Ektoparasiten zu vertreiben. Einzelne Ameisen werden vorsichtig in den
Schnabel genommen und mit der Ameisensäure, die von den
Ameisen als Abwehrreaktion verspritzt wird, kann dann das Gefieder
eingerieben werden.
Der Gesang der Rotkehlchen ist fast zu jeder Jahres- und Tageszeit - so
auch im Winter - zu hören. Rotkehlchen sind
Dämmerungssänger und beginnen bereits sehr
früh am Tag mit dem Singen. Im Gegensatz zu den meisten
anderen Singvogelarten singen auch die Rotkehlchenweibchen, wenn auch
weitaus seltener und leiser sowie auch mit kürzeren Strophen
als die Männchen. Mitunter verteidigen auch die Weibchen mit
Hilfe des Gesangs ein Winterrevier. Offenbar können
Rotkehlchen auch zwischen Weibchen- und Männchengesang
unterscheiden.
Die Hauptgesangszeit der Männchen liegt vor allem in den
Monaten März bis Mai, da Rotkehlchen ihre Reviere vor allem
mit Gesang abstecken, um potentielle Konkurrenten abzuschrecken. Fremde
Artgenossen werden so zuerst durch den Gesang
„empfangen“. Führt dies nicht zum Erfolg,
kann es zu heftigen Kämpfen kommen. Während des
Nestbaus und der Jungenaufzucht reduziert sich der Gesang allerdings
deutlich und verstummt in der Mauserzeit ganz. Der Gesang ist
kräftig. Er kann einen Schallpegel von 80 bis 90 dB erreichen
(1 m von Vogel entfernt gemessen) und bei territorialen Streitigkeiten
kann er sogar auf 90 bis 100 dB ansteigen. Im Gesang wechseln sich
tiefe (1,5 bis 5 kHz) mit hohen (4 bis 13 kHz) Frequenzen ab. Die obere
Grenze des Hörbereichs beim Rotkehlchen liegt bei 21 kHz.
Generell ist der Rotkehlchengesang auch sehr vielfältig, da
die Motive immer wieder geändert werden. Außerdem
können Rotkehlchen die Gesangsmotive (Kontaktlaute,
Reviergesänge) anderer Vogelarten imitieren. So waren schon
Strophen von Tannen-, Hauben-, Nonnen-, Kohl- und Blaumeise, Amsel,
Buchfink, Zilp Zalp, Fitis, Feldlerche, Heckenbraunelle, Goldammer
sowie Mönchsgrasmücke im Rotkehlchengesang zu
hören.
Außer dem Gesang haben Rotkehlchen noch zahlreiche Rufe, die
in den verschiedensten Situationen zum Einsatz kommen. Selbst wenn man
Rotkehlchen im dichten Unterholz nicht sieht, fallen sie durch ihr
Schnickern, das sich wie ein aneinander gereihtes "Zick-zick"
anhört, auf. Außerdem gibt es verschiedene
Stimmfühlungslaute, die dazu dienen, den Kontakt zwischen den
Altvögeln, oder auch innerhalb einer Gruppe während
des Zugs, aufrecht zu erhalten.
Viele Rotkehlchen werden nur weniger als ein Jahr alt. Der
Großteil erreicht ein Durchschnittsalter von drei bis vier
Jahren. Einzelne Vögel können auch bis zu zehn oder
zwölf Jahre alt werden, wie Ringfunde belegen.
Nahrung
Zur Brutzeit bilden vornehmlich Würmer, Spinnen,
Tausendfüßler, Weichtiere, Asseln, Schnecken und
Insekten die Nahrung der Rotkehlchen, die vor allem am Boden gesucht
und erbeutet werden. Bei der Bodenjagd bewegen sich die Vögel
hüpfend fort und wenden auf dem Boden liegende
Blätter um. An Insekten und ihren Larven werden Ameisen,
Blattläuse, Flohkrebse, Käfer und Schmetterlinge
erbeutet. Für die Insektenjagd sitzt das Rotkehlchen gern auf
einem Ast über dem Boden. Nachts kann es auch vorkommen, dass
Rotkehlchen an künstlichen Lichtquellen, wie z.B. an
Straßenlampen und Fenstern auf Insektenjagd gehen. Im
Spätsommer und Herbst sowie im Winter werden
zusätzlich Beeren von Liguster, Hartriegel, Holunder,
Brombeere, Feuerdorn, Pfaffenhütchen, Schneeball, Efeu,
Walderdbeere, Johannisbeere, Vogelbeere, Eibe und Wacholder gefressen.
Aber auch der Mensch wird zur Nahrungssuche benutzt. So sitzen die
Vögel beim Umgraben oder beim Holzhacken im Garten gern in
unmittelbarer Nähe, um dann die dabei aufgescheuchten Insekten
zu fangen. Ebenso werden Großtiere (z.B. wühlende
Schweine) verfolgt, da sie bei der Fortbewegung oft Insekten
aufscheuchen.

Bild 7: Rotkehlchen mit
erbeuteter Holzkäferlarve. Aufn. B. Bünger beim
Holzhacken im Garten (Mariensee, 08/2004).

Bild 8: Rotkehlchen mit
erbeuteter Holzkäferlarve auf Schubkarre. Aufn. B.
Bünger beim Holzhacken im Garten (Mariensee,
08/2004).
Um ihre Verdauung zu
fördern, picken Rotkehlchen kleine Steinchen auf. Trotzdem
werden die Chitinhüllen der Insekten nicht verdaut und als
Speiballen wieder ausgewürgt.
Spektakulär ist die Fisch-, Kaulquappen- und
Köcherfliegenlarvenjagd einzelner Rotkehlchen im seichten
Wasser, die stark an den Eisvogel erinnert. Ebenso werden aber auch
viele Wasserinsekten an Gewässerufern und auf der
Wasseroberfläche erbeutet. Diese Jagdmethode führt
allerdings auch zu tödlichen Unfällen.
Brutbiologie
Ein Rotkehlchenrevier ist ca. 600 bis 700 m² groß.
Das Weibchen begibt sich im Winter auf die Suche nach einem Partner.
Sobald es ein Männchen gefunden hat, dringt es gegen dessen
Widerstand in das Revier ein. Die Aggressionen des Männchens
besänftigt es, indem es sich wie ein bettelnder Jungvogel
verhält: Es zittert mit Schwanz und Flügeln und beugt
leise singend den Kopf. Dieses Werben kann Tage dauern, bis das
Männchen nachgibt. Das Revier wird dann gemeinsam verteidigt.
Mit Konkurrenten geht der Revierinhaber mehr als ruppig um. Wenn der
revieranzeigende Gesang nicht abschreckt, geht der Revierinhaber zu
Drohverhalten über. Dieses sogenannte
„Zurschaustellen“ beinhaltet die
Präsentation der vorgewölbten orangeroten Brust, bei
rückwärts gebogenem Kopf und das Hochstelzen des
Schwanzes. Dabei vibriert der Körper, die Flügel
flattern und zusätzlich wird Gesang vorgetragen. Eine weitere
Form der Auseinandersetzung ist die „Singjagd“. Die
Vögel jagen sich und singen in den Flugpausen laut und
andauernd. Dabei ist der Ausgang der Auseinandersetzung offen und eine
Entscheidung erfolgt stellenweise erst nach zwei Tagen. Auch der
Revierinhaber kann dann zum Verlierer werden. Führt das auch
nicht zum Erfolg, kommt es zum Kampf, der allerdings zu den Ausnahmen
gehört. Die Kontrahenten verkrallen sich ineinander und picken
aufeinander ein. Normalerweise entscheidet sich der Kampf nach wenigen
Minuten. Es wurden aber auch Kämpfe beobachtet, die sich
über mehrere Stunden hinzogen und bis zur völligen
Erschöpfung eines Vogels führten bzw. auch bis zum
Tod. Dieses ausgeprägte Territorialverhalten kann selbst durch
eine Attrappe mit orangeroter Brust oder durch rote
Federbüschel ausgelöst werden.
Das Weibchen sucht selbst den Brutplatz aus und baut das Nest allein,
meistens auf dem Boden oder leicht erhöht in Vertiefungen, in
Halbhöhlen bzw. in Nistkästen (bis 7,5 m hoch), in
Böschungen, unter Baumwurzeln oder in hohlen
Baumstümpfen sowie Kompost- und Heuhaufen. Auch Hecken,
Gebüsche und Efeu können als Neststandort dienen.
Generell sind Rotkehlchen allerdings nicht sehr wählerisch. So
wurden z.B. auch alte Spechthöhlen,
Uferschwalbenröhren bzw. alte Nester von Amsel, Singdrossel,
Nachtigall, Goldammer, Waldlaubsänger und auch
Eichhörnchen wieder verwendet. Manchmal werden auch andere
Vogelarten (z.B. Hausrotschwanz) vom Nest vertrieben. Nicht nur auf
Schuttabladeplätzen und in Müllkippen wurden Nester
in Dosen, Eimern, Gießkannen, Schuhen usw. gefunden. Auch
Briefkästen, Fahrradkörbe, Totenschädel,
Tierkadaver, Manteltaschen, Betten, Autos, Eisenbahnwaggons u.a. wurden
schon als Brutplätze beobachtet.

Bild 9: Rotkehlchennest mit
Jungen. Das Nest wurde unter der Decke einer überdachten
Terrasse hinter Fliegengaze errichtet. Aufn. B. Bünger
(Mariensee, 07/2004).
Gegenüber anderen Singvogelarten haben die Rotkehlchen oft
nicht sehr viele Chancen bei der Verteidigung eines Brutstandortes. So
wird z.B. vermutet, dass es Rotkehlchen daher selten gelingt, einen
Nistkasten zu behaupten.
Das Weibchen baut das Nest allein in vier bis fünf Tagen. Es
wurden aber auch einzelne Männchen beobachtet, die sich am Bau
beteiligten bzw. allein bauten.
Das napfartige Nest besteht aus Moos, lockerem Laub, Halmen und
Wurzeln. Die Nestmulde wird mit Tierhaaren, feinen Fasern und
Pflanzenwolle ausgepolstert. Manchmal wird über dem Nest noch
ein kleines Blätterdach errichtet. Der Rohbau eines Nestes
besteht z.B. aus ca. 270 Blättern und fast 100
Blattfragmenten. Aber auch Zivilisationsabfälle werden in die
Nester eingebaut. Dies kann - z.B. bei der Verwendung von
Kunstfäden - zur tödlichen Gefahr (Strangulation)
für die Vögel werden.

Bild 10: Rotkehlchen mit Nestbaumaterial (trockene Grashalme) auf Gartenzaun. Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).

Bild 11: Rotkehlchen mit Nestbaumaterial (altes Efeublatt). Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).

Bild 12: Rotkehlchen mit Nestbaumaterial (Baumblüten). Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).

Bild 13: Rotkehlchen mit Nestbaumaterial am Nest. Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).

Bild 14: Rotkehlchen beim Einbau von Nestbaumaterial. Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).

Bild 15: Rotkehlchen sitzt im Nest. Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).

Bild 16: Rotkehlchen beim Verlassen des Nests. Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).

Bild 17: Rotkehlchen beim Verlassen des Nests. Aufn. B. Bünger (Mariensee 04 / 2005).
Der
Nestdurchmesser beträgt ca. 13 cm, die Höhe ca. 4,5
cm und die Nestmulde hat einen Durchmesser von ca. 5 cm, bei einer
Tiefe von ca. 3 cm.
In der Zeit des Nestbaus und während der Eiablage erfolgen
mehrere Kopulationen mit dem Männchen. Die Hauptbrutzeit
erstreckt sich von März/April bis Juni. Ein Gelege kann aus 3
bis 7(9) Eiern bestehen. Die ca. 2,4 g schweren, ovalen und
mattglänzenden Eier sind weißlich bis rahmfarben und
rostbraun gefleckt bzw. gepunktet. Bei einigen Eiern wird die
Grundfarbe durch die Fleckung fast vollständig verdeckt. Die
Eier sehen dann einfarbig roströtlich aus.

Bild 18: Vollständiges Gelege des Rotkehlchens. Aufn. B. Bünger, Mariensee (04/2005).
Ausschließlich
das Weibchen bebrütet die Eier aus denen nach einer Brutdauer
von 13 bis 14(15) Tagen die Küken schlüpfen. Die
Bebrütung beginnt nach Ablage des letzten Eies.
Während das Weibchen brütet, wird es vom
Männchen in der Nähe des Nestes mit Nahrung versorgt.
Die Weibchen brüten sehr ausdauernd und verbleiben bei
menschlicher Annäherung lange auf dem Nest bzw. fliegen nicht
ab. Dabei verlassen sie sich auf die tarnende Wirkung ihres grauen
Obergefieders mit dessen Hilfe das helle Gelege abgeschirmt wird.

Bild 19: Brütendes Rotkehlchen. Aufn. B. Bünger, Mariensee (04/2005).

Bild 20: Perfekte Tarnung - Brütendes Rotkehlchen. Aufn. B. Bünger, Mariensee (04/2005).
Die Jungen
schlüpfen innerhalb von vier bis sechs Stunden. Wie bei vielen
Singvögeln werden die Eierschalen vom Nest weggetragen, um den
Neststandort nicht zu verraten. Die Nestlingszeit beträgt noch
einmal 12(13) bis 15 Tage. Nähert sich den Jungvögeln
im Nest eine Gefahr, fällt der anwesende Altvogel in eine Art
Schreckstarre, damit er nicht durch seine Bewegungen das Nest und damit
die Jungen verraten kann.

Bild 21: Juvenile Rotkehlchen
im Nest. Das Nest wurde unter der Decke einer überdachten
Terrasse errichtet. Aufn. B. Bünger (Mariensee, 07/2004).
Gern legt der Kuckuck legt seine Eier in Rotkehlchennester. In einigen
Gebieten Mitteleuropas ist das Rotkehlchen sogar die häufigste
Wirtsvogelart.
Katzen, Hunde, Ratten, Mäuse, Hermeline, Mauswiesel,
Eichhörnchen, Elstern und Eichelhäher sind
potentielle Nesträuber und stellen nicht nur für die
Jungvögel eine Gefahr dar. Auch Schnecken können
frisch geschlüpfte Junge gefährden und zwar vor allem
durch den aggressiven Schleim. Große Verluste werden auch
durch den Straßenverkehr und durch technische Bauten, wie
Sendemasten und Leuchttürme verursacht. Aber auch in
Mäusefallen wurden schon Rotkehlchen, anstatt der
Mäuse, gefangen.
Greifvögel (Sperber, Habicht, Mäuse- und
Rauhfußbussard, Baum- und Wanderfalke sowie Merlin) und Eulen
(Waldohreule, Stein- und Waldkauz) erbeuten ebenfalls viele
Rotkehlchen. Nachdem die Jungen flügge geworden sind,
verlassen sie gemeinsam das Nest und werden von den Altvögeln
weiterhin versorgt. Die Versorgung kann aber auch vollständig
vom Männchen übernommen werden, vor allem, wenn das
Weibchen sich bereits um die 2. Brut kümmert. So kann es 2 bis
3 Jahresbruten geben.&

Bild 22: Juveniles Rotkehlchen kurz nach dem Ausfliegen. (Mariensee, 06/2005).

Bild 23: Juveniles Rotkehlchen kurz nach dem Ausfliegen. (Mariensee, 06/2005).
Sobald
die Jungen sich selbst versorgen können, werden sie von den
Eltern aus dem Revier vertrieben. Rotkehlchen erreichen ihre
Geschlechtsreife im ersten Lebensjahr.
Bestand
Der
Vogel des Jahres 1992 ist ein noch häufig vorkommender Vogel.
Aber auch häufige Vogelarten können als so genannte
„Indikatoren“ dienen, indem sie mit
Bestandsschwankungen auf kurzfristige Veränderungen innerhalb
ihres Lebensraums oder auf Umwelteinwirkungen reagieren.
Für Deutschland wird ein Bestand von ca. 2 bis 5,5 Millionen Brutpaaren des Rotkehlchens angenommen.
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Foto: K. Rönsch (01/2005, Bielefeld Windel)
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