Grauwangendrossel (Catharus minimus)LAFRESNAYE, 1848Greycheeked Thrush Ordnung:
Sperlingsvoegel
(Passeriformes) Gattung: Nachtigalldrosseln (Catharus) Vorkommen Die Hauptschwerpunkt liegen in der Waldtundrenzone Nordamerikas, bis in die nördlichen Rocky Mountains, an den Großen Sklavensee und die Südküste der Hudsonbai. Als einzige Art der Gattung Catharus auch über die Beringstraße hinaus bis zum Kolymagebirge, zur Tschuktschen-Halbinsel und an der Basis der Halbinsel Kamschatka als Brutvogel anzutreffen. Geographische Variatonen können durch zunehmende Körpergröße und Braunfärbung des Gefieders in Richtung Norden unterschieden werden. Nadelwälder aus Fichten und Tamarack-Lärchen werden im Brutgebiet bevorzugt. In Alaska und Sibirien auch in Weiden- und Erlengebüschen an Wasserläufen anzutreffen. Wanderungen: Die Grauwangendrossel ist ein Langstreckenzieher, deren Überwinterungsgebiet sich von der Südkaribik (Hispaniola), über Costa Rica und Panama sowie bis nach Südamerika (von Guyana und Trinidad bis ins Amazonasbecken bis Nord-Peru und NW-Brasilien) erstreckt. In Europa
ist die Grauwangendrossel ein seltener Ausnahmegast (bisher ein
Nachweis in Deutschland). Beobachtungen sollten deshalb der Deutschen
Seltenheitskommission
mitgeteilt werden.
Merkmale Aussehen: Die Grauwangendrossel ist je nach Zeitpunkt (z.B. Zug, Brut) zwischen 23 und 39 g schwer und eine kleine hochbeinige, großäugige Drossel, die nur wenig größer als die Nachtigall ist. Die Oberseite (auch die Oberflügeldecken) ist oliv grau/braun. Die Unterseite ist weißlich mit mit olivgrau verwaschenen Körperseiten. Kennzeichnend für die Art sind die hellgrauen Wangen. Die Vorderbrust (manchmal auch hinterer Kehlbereich) ist mit graubraunen bis Ruß schwarzen länglichen Flecken gesprenkelt. Die Unterflügeldecken sind weiß mit ausgedehnten oliv gräulichen Spitzen. Die Iris ist dunkelbraun. Der Schnabel ist braunschwarz gefärbt. Die Basalhälfte des Unterschnabels ist blasslila bis fleischfarben. Die Füße sind hell bräunlich fleischfarben gezeichnet. Von den übrigen Drosselarten der Gattung Catharus - vor allem der sehr ähnlichen Zwergdrossel C. ustulatus - unterscheidet sich die Grauwangendrossel vor allem durch den fehlenden hellen Augenring sowie durch die fehlenden Gelb- und Rottöne im Gefieder der Ober- und Unterseite. Stimme: Grauwangendrosseln singen bereits während des Heimzuges durch die USA. Der Gesang ist ähnlich dem der Dorngrasmücke, wirkt im Gegensatzu zu den anderen Drosselarten der Gattung aber gedämpfter und erinnert etwas an Bauchreden. Am Ende folgt ein kurzer auf- oder absteigender Schlusstriller. Meist nachts ist der Zugruf zu hören - ein explosives "spii-ä". Oft sind auch an Spatzen erinnernde, tschilpende Pfeiftöne, wie "piiör" bzw. "pii-ört" zu hören. Nahrung Einen
Hauptbestandteil der Nahrung bilden Insekten. Erbeutet werden vor
allem Hautflügler, Zikaden, Käfer, Ameisen, viele
Schmetterlingsraupen, weiterhin
Tausendfüßer, Gehäuseschnecken, Spinnen, Krebschen und
Würmer. Während des Herbstes können vermehrt langhaarige
Bärenspinnerraupen gefressen werden. Brutbiologie Das
Nest wird in 0,6 bis 1,0 bzw. 2,0 m Höhe in Fichten, oder an einer
verwachsenen Bruchstelle im Erlen- bzw. Weidengebüsch angelegt.
Als Nestmaterial verwendet das
Weibchen kleine Zweige, Bast- und Rindenstreifen,
Stängel und Grashalme sowie Laubmoose. Gern wird eine Schicht aus
bereits verrotteten Blättern und manchmal auch Schlamm eingezogen.
Ausgekleidet wird das Nest mit Grasspreiten. Die vier bis
fünf (selten drei) Eier sind von graubläulichweißer
Grundfarbe und sind m. o. w. - besonders zum stumpfen Pol hin variabel
- mit kleineren oder auch größeren Rost braunen bis
braunroten Flecken gezeichnet. Gebrütet wird 12 bis 13 Tage lang.
Die Jungen
werden 11 bis 13 Tage lang im Nest gefüttert. Es findet nur eine
Jahresbrut statt.
© Dirk Schäffer, Vogelschutz-online e.V. |
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