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Birkhuhn (Tetrao tetrix)
Ordnung:
Hühnervögel
(Galliformes)
Familie: Rauhfußhühner
(Tetraoninae)
Unterfamilie: Rauhfußhühner (Tetraoninae)
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Das Birkhuhn (Tetrao tetrix)
Black Grouse
Birkhühner werden aufgrund ihrer befiederten Füße zu
den Raufußhühnern gezählt. Diese Fußbefiederung
ermöglicht es den Birkhühnern auch auf lockerem Schnee zu
laufen. Das Birkhuhn ist sehr selten geworden und zeigt nur noch in der
Krummholzzone der Alpen und in Skandinavien stabile Vorkommen. In
Deutschland bilden abgeschiedene Moore und
Truppenübungsplätze sein letztes Rückzugsrefugium.
Vorkommen
Birkhühner sind ursprünglich typische Bewohner unserer
Mittelgebirge und ungestörter Moor- und Heidelandschaften mit
Birken-, Fichtenbewuchs sowie vielgestaltiger Krautschicht. Heute sind
sie – außer in den Alpen - sehr selten geworden. In
Ostdeutschland werden vor allem Windbruchflächen im Erzgebirge und
im Thüringer Wald besiedelt. Weitere Vorkommen gibt es noch in der
Lüneburger Heide, in der Rhön und im Hainich sowie auch in
der Colbitz-Letzlinger Heide. Das Birkhuhn ist ein Standvogel und
bleibt auch in strengen Wintern im Brutgebiet.
Merkmale
Birkhühner sind haushuhngroß. Der schwarze Birkhahn wird bis
60 cm groß und 800 bis 1500 g schwer. Auffällig sind seine
weißen Unterschwanzfedern und seine in der Balzzeit knallrot
geschwollenen Kopfrosetten, die er für die Schaubalz als optische
Signale einsetzt. Die erdbraune Birkhenne wird dahingegen nur bis 50 cm
groß und 700 bis 1100 g schwer.
Birkhühner können ein Alter von 10 bis 15 Jahren erreichen.
Nahrung
Das Birkhuhn ernährt sich von zahlreichen Sämereien,
Früchten und Beeren von Laub- und Nadelhölzern. Eine wichtige
pflanzliche Nahrungsgrundlage bilden Knospen und junge Triebe.
Ergänzend werden Insekten und Würmer aufgenommen. Zur Not
werden in den Wintermonaten auch Nadeln von Fichten und Kiefern
aufgenommen. Im Frühjahr gehören auch Birkenkätzchen und
Wollgrasblüten zur Nahrung.
Um die Sämereien im Magen zu zerkleinern, werden
regelmäßig kleine Steine aufgepickt und verschluckt.
Brutbiologie
Die Paarung findet auf sogenannten Balzarenen statt, auf denen sich
mehrere Hähne bereits Ende Februar versammeln und mit
charakteristischen und sehr eigenwilligen Tönen, wie z.B.
„Glucksen“ und „Zischen“ einerseits akustisch
und durch die Zurschaustellung ihres Gefieders auch optisch
präsentieren. Dabei kann es zwischen einzelnen Konkurrenten zu
harten Kämpfen kommen. Die Hennen gesellen sich großenteils
erst im April zum Balzplatz und lassen sich dann vom Hahn ihrer Wahl
„treten“. Das Birkhuhn ist ein typischer Bodenbrüter.
Im Mai legt sich die Birkhenne im Heide- bzw. Beerenkraut eine
Nestmulde an, in die sie 6 bis 10 ockergelbe Eier mit roten oder
schwarzbraunen Tupfen legt. Ausschließlich allein bebrütet
die Henne 24 bis 28 Tage lang das Gelege. Die Küken sind
sogenannte Nestflüchter, die nach dem Schlupf zusammen die
Nestmulde verlassen und der Henne folgen. Trotzdem werden die
Küken ca. 3 Wochen lang von der Henne gehudert, können aber
bereits mit zwei Wochen fliegen.
Während des Winters bleiben die Küken mit der Henne im
Familienverband zusammen. Vereinzelt kommt es zu Vermischungen mit
Fasanen oder Auerhühnern. Die unfruchtbaren Mischlinge zwischen
Auer- und Birkhuhn werden „Rakelhuhn“ genannt.
Bestand
In Deutschland gibt es keine einheitliche Birkhuhnpopulation mehr. Der
Beginn des Bestandrückganges war die großflächige
Trockenlegung der Moore, der den Lebensraum des Birkhuhnes drastisch
verkleinerte. Mittlerweile werden zwar viele Moore geschützt und
nicht mehr intensiv genutzt, aber die Bestände schrumpfen weiter.
Ein Faktor ist möglicherweise die Bestandszunahme des Fuchses.
Dieser besiedelt mittlerweile alle Lebensräume, die ihm unsere
Kulturlandschaft bietet und dringt auch in solche Gebiete wie z.B. die
Moore vor. Aber nicht nur der Fuchs setzt den Birkhühnern zu. So
werden die Gelege von Rabenkrähen und Wildschweinen
geplündert. Auch der Habicht erbeutet viele Jung- und
Altvögel. Ein anderes Problem ist der sinkende Grundwasserstand in
den Mooren und die zunehmende Verbuschung. Dies betrifft auch die
Heidelandschaften, die ebenfalls ein Lebensraum des Birkhuhn
darstellen. Auch die Heidesträucher müssen kurzgehalten
werden. Letztendlich bilden Truppenübungsplätze, die gegen
störende menschliche Einflüsse durch Sperrung geschützt
sind, die letzten Rückzugsgebiete der Birkhühner. Die
Bevorzugung dieser Standorte entsteht vor allem durch jene
Flächen, die bei Schießübungen in Brand geraten und
somit vegetationslos werden. Diese werden als Balzflächen genutzt
und die neuaustreibende Vegetation liefert neue Nahrung.
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