Wiedehopf (Upupa epops epops)
Ordnung:
Rackenvögel
(Coraciiformes)
Familie: Hopfe
(Upupidae)
Hoopoe
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Der in Deutschland brütende und ebenfalls in Teilen Asiens und Afrikas
verbreitete Wiedehopf, ist der einzige Vertreter aus der Familie der Wiedehopfe.
Durch sein markantes Federkleid mit aufrichtbarer Haube und durch seinen
leicht abwärts gekrümmten Schnabel ist er so auffallend gekennzeichnet,
daß er mit keinem anderen heimischen Vogel verwechselt werden kann.
Gern wird er als übelriechend und stinkend bezeichnet, woraus sich die
Redewendung „Er stinkt wie ein Wiedehopf" ableitet. Diese Aussage wurde
auf des Bürzelsekret der Jungvögel und des Weibchens während der Brutzeit
bezogen, die damit etwaige Angreifer in die Flucht schlagen können. Leider
wird heutzutage kaum jemand diesen Geruch erleben können, da der Bestand
des Wiedehopfs in Deutschland vom Erlöschen bedroht ist. Weitere Namen,
die durch den Geruch entstanden, sind: „Stinkhahn", „Kuhhirt" oder „Schiettop".
Vorkommen
Die Art kommt in den warmen Gebieten Afrikas von Arabien und Unterägypten
bis Südafrika und Madagaskar - unter Meidung der eigentlichen Wüsten und
tropischen Regenwälder - vor. Der Wiedehopf besiedelt ebenfalls Westasien
bis Nordwestindien, Sri Lanka und Sumatra. In Europa erreicht er schon
in Belgien, Deutschland, Südschweden, Polen und in der mittleren Sowjetunion
die Nordgrenze seines Brutgebietes. Besonders häufig kann man ihn noch
in den Mittelmeerländern begegnen. Insgesamt werden mehr oder weniger
neun Rassen im gesamten Verbreitungsgebiet unterschieden. Bevorzugt werden
offene Landschaften mit Strukturen für die Nisthöhle und einem entsprechendem
Angebot an Insekten, wie z.B. bei extensiver Weidehaltung.
Wanderungen
Der Wiedehopf überwintert im tropischen Afrika von Senegal über Nigeria
bis nach Somalia und stellenweise auch im Hochland von Kenia und Tansania.
Einzelne Vögel ziehen nur bis in den Mittelmeerraum oder bis zur Iberischen
Halbinsel. Vereinzelt, kommen Überwinterungsversuche auch in Mitteleuropa
und in Deutschland vor. Der Wegzug in Mitteleuropa erfolgt stellenweise
schon im Juli, spätestens aber im August/September. Ab dem 20. März bis
in den April treffen die Vögel wieder an ihren Brutplätzen ein.
Merkmale
Der Wiedehopf ist kaum größer wie ein Star, mit kurzen Beinen und einem
dunklen, langen, schlanken und abwärts gebogenen Schnabel. Das rehbraune
bis orangebraune Gefieder ist an Kopf, Nacken und Hals weinrötlich getönt,
die Flügel sind – was besonders beim fliegenden Vogel auffällt – schwarz-weiß
gebändert. Der Schwanz ist schwarz und hat in der Mitte eine auffällige
weiße Querbinde. Die Hinterrückenfedern sind schwarz mit weißen Rändern
und der Bürzel ist weiß gefärbt. Schließlich ist für den Wiedehopf die
aufrichtbare, lange, gelbliche bzw. fuchsrote, bis 70 mm lange Federholle
mit den schwarzen Spitzen ein eindeutiges Kennzeichen. Männchen und Weibchen
sind fast gleich, bisweilen ist das Weibchen etwas blasser, der Unterschied
ist aber zu gering, als dass er bei der Beobachtung im Freien auffallen
würde.
Die Jungvögel sehen den Alten sehr ähnlich, nur sind die Federn der Holle
kürzer und die Unterseite ist von etwas grauerer Färbung.
Das Flugbild ist vor allem durch die kontrastreichen schwarz-weißen, breit
gerundeten Flügel und den ebenso gefärbten Schwanz gekennzeichnet. Ebenso
auffällig ist der etwas „unsicher", schmetterlingsähnlich wirkende, auf
wellenförmiger Bahn mit flatterndem Flügelschlag, verlaufende Flug.
Der älteste Ringvogel - nichtflügge beringt in Frankreich - erreichte
ein Alter von 11,1 Jahren.
Im Frühjahr zur Balz hört man die bezeichnenden dreisilbigen „Upupup"
Rufe, die an den Kuckuck erinnern, weithin. Der Volksmund nannte den Wiedehopf
deshalb auch „Kuckucks Küster", da er bereits im April vor dem Kuckuck
aus dem Winterquartier zurückkommt und dann die Heimkehr des Kuckucks
ankündigt. Männchen und Weibchen locken mit einem rauhen „chärr", besorgt
rufen sie „wieh-wieh".
Nahrung
Zur Nahrungssuche werden vor allem Ödländer, Weinberge, Garten-, Acker-
und lichte Waldflächen aufgesucht. Der Wiedehopf erbeutet seine Nahrungstiere
durch Aufscheuchen und Hinterherlaufen sowie durch Stochern mit dem Schnabel
(z.B. nach Engerlingen) im Boden, dabei werden auch Steine mit dem Schnabel
weggewälzt. Langsam fliegende Insekten (z.B. Maikäfer) werden auch in
der Luft erbeutet. Bevorzugte Beutetiere sind große Insekten, wie Maulwurfsgrillen,
Heuschrecken, andere Grillen sowie deren Larven, Raupen (vor allem von
Schwärmern), Engerlinge und Puppen. Außerdem werden Spinnen, Asseln, Hundert-
bzw. Tausendfüssler, Regenwürmer und Schnecken erbeutet, vereinzelt auch
Frösche oder Zauneidechsen.
Brutbiologie
Außer zur Brutzeit ist der Wiedehopf Einzelgänger. Das Brutpaar geht eine
Saisonehe ein. Das Nest wird in Höhlungen von Kopfweiden, Astlöchern,
in Spechthöhlen, unter Holzstößen, in Baumstubben, in Erdlöchern, auf
dem Dachboden einer alten Scheune, unter Steinhaufen, in Bretterstapeln,
in Felshöhlen, in Mauernischen, Brunnenschächten oder in Nistkästen mit
einem genügend großen Einflugsloch angelegt. Die Höhe des Neststandes
ist dem gemäß recht unterschiedlich. Das Gelege liegt meist auf dem bereits
vorhandenen Genist bzw. auf dem Mulm der Höhle, neues Nistmaterial wird
nur in geringem Umfange eingetragen.
Das Weibchen legt ab Anfang Mai bis Juni 5 bis 8, bisweilen bis zu 12
Eier (25,9 x 17,9 mm), die auf weißlichgrauem bzw. grünlichgrauem Grunde
dicht hellbräunlich (im bebrüteten Zustand) gefleckt sind, so dass sie
fast einfarbig erscheinen. Jeden Tag erfolgt dabei die Ablage eines Eies.
Die Bebrütung setzt allerdings noch vor Vollendung des Geleges ein und
nur das Weibchen brütet. In dieser Zeit, wird es vom Männchen von außen
durch das Flugloch gefüttert. Die Jungen schlüpfen nach einer Brutdauer
von 17 bzw. 18 Tagen und werden noch 13 bis 14 Tage lang vom Weibchen
gehudert. In dieser Zeit wird es wieder vom Männchen gefüttert und übernimmt
auch die Beute für die Jungen. Später werden die Jungen von beiden Altvögeln
gefüttert, wobei das Weibchen nachts bei den Jungen bleibt. Der Kot der
Jungen wird aus der Bruthöhle geworfen und bildet davor auf dem Boden
einen Haufen. Nach etwa 23 bis 25 Tagen verlassen sie das Nest, werden
aber noch außerhalb des Nestes bis zu 5 Tage lang weitergefüttert. Durch
die Bebrütung mit Ablage des ersten Eies überleben bei Nahrungsknappheit
nur die ältesten und kräftigsten Jungvögel. Es findet in Mitteleuropa
meistens nur eine Jahresbrut statt, allerdings wurden auch schon Zweitbruten
nachgewiesen.
Feindabwehr
Wird der Wiedehopf beunruhigt, dann richtet er seine auffällige Federhaube
im Wechsel auf und ab. Besonders markant ist seine Schutzhaltung, wenn
er im offenen Gelände durch einen Beutegreifer überrascht wird. Mit weit
ausgebreiteten Flügeln sowie ausgefächertem Schwanz wirft er sich zu Boden,
legt die Federhaube an und streckt den Schnabel senkrecht nach oben. In
dieser Stellung verharrt der Vogel, so dass die körperauflösende schwarz-weiße
Zeichnung der Flügel, des Rückens und des Schwanzes wirksam wird.
Bemerkenswert sind auch die Abwehrstrategien der Jungvögel. Diese lassen
bei Störung zuerst zischende Laute vernehmen. Führt dies nicht zum Erfolg,
wird das Hinterteil dem Angreifer zugewandt und der geruchlose und dünnflüssige
Enddarminhalt ungerichtet mehrmals entleert. Gleichzeitig wird aber über
die Bürzeldrüse ein stinkendes Sekret tröpfchenweise ausgeschieden. Mit
zunehmendem Alter wird das Kotspritzen zielgerichtet ausgeführt. Dieses
Verhalten erlöscht kurz vor dem Ausfliegen der Jungen. Zu diesem Zeitpunkt
kann ein rasches Flügelschlagen an der Höhlenwand beobachtet werden.
Auch das Weibchen verfügt während der Brut- und Nestlingszeit über die
Fähigkeit der Jungvögel das Abwehrsekret in der Bürzeldrüse zu bilden.
Bestand
Ehemals scheint der Wiedehopf ein in ganz Mitteleuropa weitverbreiteter
und keineswegs seltener Brutvogel gewesen zu sein. So brütete er in der
Mitte des 19. Jh. z. B. noch auf einigen dänischen Inseln, in Südschweden
und ganz vereinzelt in Südengland. Eine erneute teilweise Besiedelung
dieser Gebiete erfolgte Mitte des 20. Jh. Seit 1965 wurden die Brutplätze
in diesen Gebieten aber wiederum aufgegeben und auch in anderen Gebieten
nahmen die Bestände ab. Waren dies in den letzten Perioden hauptsächlich
Klimaschwankungen, die den wärmeliebenden Vogel zu schaffen machten, so
kommt jetzt - selbst bei günstigen Klimabedingungen - ein großräumiger
Verlust von Brutbiotopen und Nahrungsmangel, hervorgerufen durch die Intensivierung
der Landwirtschaft, hinzu. So ist der Wiedehopf jetzt vielerorts recht
selten geworden oder fehlt gänzlich.
In Deutschland schätzte man um 1985 den Bestand auf etwa 400 Brutpaare.
Die Brutgebiete, die derzeitig noch genutzt werden, haben alle eine durchschnittliche
Julitemperatur über 17°C. 1999 wird der Bestand auf 310 bis 460 Brutpaare
geschätzt, dies ist eine Abnahme um mehr als 20% gegenüber 1975. Die Rote
Liste der Brutvögel Deutschlands 2003 führt den Wiedehopfbestand als „Vom
Erlöschen bedroht". Es bleibt zu hoffen, dass dieser Trend zu stoppen
ist.
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Verbreitungsgebiet
des Wiedehopf

siehe Naumann
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